Mir Mohammedi Stiftung

 

 

 

 

 

Mir Mohammedi Stiftung

 Menschenrechtszentrum Karlsruhe e. V.

Durlacher Allee 66

76131 Karlsruhe

    

                         Förderung der Völkerverständigung

                                              Verwirklichung der Menschenrechte

 

 

   Mir Mohammedi |

 

 

 

 

 

Mir Mohammedi (1931 - 2003), ein Iraner in Karlsruhe

"Auch wenn der Vogel stirbt,

der Flug bleibt in Erinnerung"

(Forough Farokhzad)

 

Geboren in Lewardshan (iranisch Aserbeidshan) lebte und arbeitete Mir Mohammedi als Lehrer bis 1957 in Täbriz, seit 1958 und nach Beendigung des Studiums der Elektrotechnik als Diplomingenieur in Karlsruhe. Schon früh schärften die politischen Ereignisse im Iran seinen Sinn für Demokratie und soziale Gerechtigkeit.

In Karlsruhe nahm Mir Mohammedi eine herausragende Rolle im Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, gegen Unterdrückung und Gewalt ein; er wurde aktives Mitglied zahlreicher politischer Vereine und Organisationen. Über seinen Status als Ausländer hinaus (Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft im Jahr 2000) kämpfte er für demokratische Rechte (u.a. Mitinitiator der Karlsruher Demonstrationen gegen das Shah-Regime 1963 und der Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht seit 1978) und seit 1992 als Ausländerbeirat der Stadt Karlsruhe verstärkt für die Integration von MigrantInnen. 1997 wurde ihm vom “Aktionskreis Miteinander Leben” der Anerkennungspreis für Integrationsförderung verliehen, 2002 im Karlsruher Menschenrechtszentrum ein Saal nach ihm benannt.

Unermüdlich in seinem Engagement, unerschütterlich in seinem Idealismus setzte er sich bis zu seinem Tod für die Verteidigung von Menschenrechten und Minderheitsrechten ein. Seine Einstellung zur Würde des Menschen war kompromisslos, der Kampf für Gleichheit und Solidarität ihm zeitlebens oberstes Gebot.

Überraschend verstarb Mir Mohammedi am 13. Dezember 2003. Seine Beerdigung gestaltete sich, wie sein Leben in Karlsruhe: als interkulturelle Veranstaltung. Menschen unterschiedlicher Nationalität und sozialen Status folgten dem Sarg nach der Trauerrede von Oberbürgermeister Heinz Fenrich und einer Trauerfeier, die mit Elementen verschiedener Kulturen aufgewartet hatte.